Bürgervereinigung gegen die Giftmülldeponie Rondeshagen e.V.


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Aktuelle-Information

Informationen:


Dialog mit den Deponiebetreibern

Am 10.07.2009 fand ein erstes Treffen der Bürgervereinigung mit der GBS Gesellschaft zur Beseitigung von Sonderabfällen mbH statt. Die GBS und die Bürgervereinigung haben sich über regelmäßige Treffen verständigt und die Gesprächsmodalitäten festgelegt. Insbesondere geht es uns darum, Transparenz zu schaffen und so unsere satzungsgemäßen Aufgaben zu erfüllen. Die GBS hat das aktuelle Bauvorhaben vorgestellt und nochmals betont, dass hiermit ausschließlich gesetzliche Erfordernisse zur Anpassung des Neigungswinkels des Oberflächenwassers verfolgt werden und damit keine Erweiterung der Deponie vorgenommen ist. Wir sind auf das nächste Treffen im Herbst diesen Jahres sehr gespannt.

20-jähriges Jubiläum der Bürgervereinigung

1989 ist das Gründungsjahr unserer Bürgervereinigung. Zu Beginn des Jahres lies ein LKW-Fahrer Kresol auf einem Rastplatz der A1 bei Sylsbek ab. Der dort verseuchte Boden sollte aufgrund eines Kabinettsbeschlusses nach Groß-Weeden zur Zwischenlagerung gebracht werden. Hiergegen wehrten sich die Anwohner. Als die ersten Transporte von Sylsbek am 03.07.1989 kamen, blockierten sie die Zufahrt zur Deponie in Groß-Weeden. 3 Tage später formierten sich die Gegner zur Gründung der Bürgervereinigung. Die kresolverseuchte Erde haben wir zwar nicht verhindern können, aber im Laufe der Zeit können wir doch auf Erfolge zurückblicken: Eine groß-angelegte Erweiterung der Deponie konnten wir ebenso verhindern wie den Einbau einer Konditionierungsanlage im vergangenem Jahr.

Bodengutachten
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Ausgabe 1/2009

Rondeshagen: Die Bürger
werden zunehmend nervös


Von Jens Burmeister
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Berkenthin/Rondeshagen –
Sondermülldeponie bewegt weiter die
Gemüter: Gut 200 Bürger versammelten
sich jetzt im Berkenthiner Sportzentrum.
Das Interesse war groß, obwohl die
Landesregierung kürzlich verkündet
hatte, dass der Antrag zum Bau einer
Konditionierungsanlage zurückgezogen
werde.
Die Bürgerinitiative der Deponiegegner
hatte zu dieser Info-Veranstaltung
eingeladen und wollte die Menschen der
Region über den aktuellen Stand der
Dinge informieren. Dabei ließ Thomas
Stahlkopf noch einmal Revue passieren,
was sich seit Errichtung der Deponie
alles ereignet hat.
Im Saal war es mucksmäuschenstill. Alle
hörten gespannt zu, als Stahlkopf von
einem Schwelbrand auf der Deponie
berichtete, der immerhin 86 Tage lang
nicht gelöscht werden konnte, von dem
die Öffentlichkeit erst spät erfuhr und zu
dem die Feuerwehren der Region nicht
gerufen wurden. Es war der Hamburger
Berufsfeuerwehr vorbehalten, sich um
dieses „Missgeschick“ zu kümmern, den
hiesigen Wehren vertraute man damals
offenbar nicht.
Andreas Koop, Stellvertretender
Amtswehrführer des Amtes Berkenthin,
erklärte den perplexen Zuhörern, dass
der Betreiber der Sondermülldeponie bis
heute keinen Feuerwehrplan vorgelegt
habe. Dieses schreibe aber der
Gesetzgeber vor und die Feuerwehren
erstellen daraus einen Einsatzplan. „Wir
sind gut aufgestellt, halten beim
Kreisfeuerwehrverband in Elmenhorst
einen Gefahrgutzug vor, der bei einem
größeren Schadensereignis auch zum
Einsatz kommen würde. Leider können
wir aber kaum reagieren, denn wir
wissen nicht, mit welchen Stoffen wir es
hier auf der Deponie zu tun haben“,
sagte der erfahrene Feuerwehrmann.
Und so abwegig sei ein Störfall auch
nicht.
Ein Besuch auf der Deponie zeigte
deutlich, dass die Hallen zwar an den
Giebelseiten geschlossen sind, aber an
den langen Seiten offen. „Da pfeift der
Wind ganz schön durch und
irgendwann ist der feucht angelieferte
Müll ja auch mal abgetrocknet. Wenn es
dann windig ist, wird garantiert etwas
davon aufgewirbelt und in alle
Himmelsrichtungen verstreut“, sagt
Kersten Brüggmann von der
Bürgervereinigung.
Gern hätten die Menschen auch
Hans-Joachim Berner, den
Geschäftsführer der GBS (Gesellschaft
zur Beseitigung von Sonderabfällen)
befragt, aber Berner, der sich noch vor
einigen Tagen beklagte, zu den
Versammlungen nicht eingeladen zu
werden, hatte wegen eines anderen
dringenden Termins an diesem Abend
abgesagt.
Volkes Unmut wurde indes immer
größer. Die Berkenthiner Rechtsanwältin
und Notarin Cornelia Honsberg, die als
Beraterin der Gemeinde Rondeshagen
tätig ist, erklärte den besorgten
Menschen, was man in der Zukunft tun
müsse: „Wir müssen immer wachsam
sein, wir dürfen nicht nachlassen,
Forderungen zu stellen und die jetzige
Deponie anzugreifen. Der Druck auf die
GBS muss erhöht werden“, so die
Juristin. Es stelle sich die Frage, ob
diese Deponie
eigentlich noch zeitgemäß sei.
„Entspricht diese Deponie eigentlich
noch dem Stand der Technik von
heute?“ fragte Honsberg in die Runde.
Beantworten konnte das natürlich
niemand, aber die Anwesenden wurden
immer nervöser. Da verwunderte es
nicht, als Hans-Heinrich Edler aus
Berkenthin aufstand, das Mikrofon
ergriff und forderte: „Man muss
ernsthaft überlegen, den Betreiber nach
Paragraph 326 Strafgesetzbuch wegen
unerlaubtem Umgang mit Sonderabfällen
zu verklagen.“ Den Paragraphen hatte
Edler gleich in Kopie dabei und
gemeinsam mit seiner Frau Monika eine
mögliche Vorgehensweise gleich auf die
Rückseite gedruckt.
Es ist bekannt, dass die Betreiber den
Planfeststellungsbeschluss bereits
dreimal geändert haben, jeweils um die
Kapazitäten der Anlage zu erhöhen.
Waren es zu Beginn noch rund 300 000
Kubikmeter, die in Rondeshagen
eingelagert werden sollten, so ist in drei
Änderungen des Beschlusse die Menge
auf inzwischen 944 000 Kubikmeter
erhöht worden. In den
Jahresrechnungsberichten der GBS wird
deutlich, dass die Anlage völlig
unrentabel arbeitet. Von einem
jährlichen Minus von einer Million Euro
ist die Rede.
Um dennoch , wie die Landesregierung
in Kiel sagt, den Betrieb der Deponie bis
zum Jahr 2015 „bei auskömmlichen
Erlösen“ sicherzustellen, vermuten die
Deponiegegner eine Aufstockung der
Hallen nach oben. Eine Erweiterung in
der Fläche sei ja nicht vorgesehen. Der
Hersteller der Hallen, die auf der
Deponie errichtet wurden, sagt
allerdings,
dass die Stahlpfeiler zwar geeignet seien,
um aufgestockt werden zu können.
Gleichzeitig weist der Hersteller aber
darauf hin, dass die Salze der
deponierten Stoffe möglicherweise die
Stahlpfeiler schneller verrotten lassen,
so dass die Halle auch in sich
zusammenstürzen könnte.
Dazu passt die Aussage der GBS im
Geschäftsbericht von 2006, dass die
Umwelthaftpflichtversicherung durch
Fristablauf zum 1. Januar 2007
weggefallen und nicht verlängerbar ist.
Die GBS sieht das als erheblichen
Kostensenkungsfaktor und will trotz
Auslaufens der Versicherung die
bisherige Versicherungssumme ei
setzen, um die Zertifizierung als
Entsorgungsfachbetrieb zu erhalten.
Inwieweit dieses bereits umgesetzt
wurde (die
Beschlussfassung musste im ersten
Jahreshälfte 2007 erfolgen), ist nicht
bekannt. Der Jahresbericht 2007 ist noch
nicht veröffentlicht worden.
Ursprünglich sollten in Rondeshagen
nur Abfälle aus Schleswig-Holstein und
Hamburg angeliefert und eingelagert
werden. In 2006 stammten aus
Schleswig-Holstein 13,5 Prozent und aus
Hamburg 49,9 Prozent des angelieferten
Mülls. Woher die restlichen 36,6 Prozent
kommen, ist nicht bekannt.

War's das nun ? Wir meinen NEIN !
Liest man die Medien-Information aufmerksam zwischen den Zeilen, dann wird folgendes deutlich:


1 bis 4 Fragen an die Medien-Information
der Landesregierung Schleswig-Holstein



Ansehen und drucken der Fragen

Unsere Antwort zur Medien-Information
der Landesregierung Schleswig-Holstein



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Ausgabe 2/2008


Medien-Information Landesregierung
Schleswig-Holstein
Deponie Rondeshagen:
Konditionierungsanlage nicht weiter erforderlich


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Ausgabe 3. April 2008




"Das Dorf und der Tod"
Eine Auftragsproduktion von der Gemeinde Rondeshagen

Bilder vom 30.März 2008
Ulrike und Harten Benthien aus Kastorf haben die alten Protest- Schilder aus den 1990er Jahren aus Ihrer Scheune gekramt und festgestellt: Die Dinger passen ja noch ganz gut in die Landschaft.

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Bilder vom 22.März 2008
Info-Stand der Bürgervereinigung vor Markant in Berkenthin
500 Menschen bilden auf dem Sportplatz die Buchstaben DEPO-NIE
Bilder aus der Turnierkoppel und von der Lichterkette


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Rondeshagen - Die Entscheidung, ob trockene, giftige Asche aus Müllverbrennungsanlagen nach Rondeshagen gebracht wird, soll am 27. März fallen. Die Proteste erreichen am Sonnabend einen neuen Höhepunkt.

Von Uwe Krog

Jahrelang haben die etwas mehr als
100 Mitglieder der
Bürgervereinigung gegen die
Giftmülldeponie "geschlafen". Sie
seien, sagt Kersten Brüggmann aus
Düchelsdorf, sozusagen im Stand-
By-Modus gewesen. Aber seitdem
bekannt ist, dass die Gesellschaft
zur Beseitigung von Sonderabfällen,
kurz GBS, statt angefeuchteter
Asche nun Trockenasche aus
Müllverbrennungsanlagen in
geschlossenen Silo-Lastzügen nach
Rondeshagen karren will, sind sie
hellwach. Das Zeug soll in Silos
umgelagert, befeuchtet und
eingelagert werden.
Am Sonnabend wollen sie mit
spektakulären Aktionen auf ihre
Sorgen, auf ihre Ängste vor einem
Unfall aufmerksam machen. Eine
Lichterkette von Rondeshagen nach
Berkenthin wollen sie nach
Einbruch der Dunkelheit bilden, auf
dem Berkenthiner Sportplatz sollen
Menschen den Begriff "Depo-Nie"
bilden. In den Vorgärten sollen
grüne Schleifen um Bäume
gebunden werden. Auf
Häuserdächern sollen
Protestplakate ausgelegt werden.
Und für den 10. April laden sie um
19 Uhr ins Sportzentrum
Berkenthin zu einer
Informationsveranstaltung ein.
"Wir fühlen uns betrogen von der
Politik", sagt Anwohner Volker
Peters aus Berkenthin.
Gegründet hatten sie sich nach dem
Kresol-Skandal 1989. Damals hatte
ein Lastwagenfahrer zwischen
Bargteheide und Bad Oldesloe etwa
5000 Liter der Chemikalie in einen
Graben abgelassen. Als bekannt
wurde, dass der verseuchte Boden
im Rondeshagener Ortsteil Groß
Weeden eingelagert werden sollte,
wurden die Protestler vor der
Deponie von Polizisten
weggetragen. Die Brummis kippten
das giftige Zeug ab. Das war die
Geburtsstunde dieser
Bürgervereinigung. Sie haben genau
verfolgt, wie der damalige
Umweltminister Professor Bernd
Heydemann versprach, die
Lagerung in Rondeshagen sei nur
eine Zwischenlösung. "Das Zeug",
sagt Anwohner Thomas Stahlkopf,
"liegt da heute noch drin." Eine
Verlagerung habe selbst der
damalige Betriebsleiter für kaum
möglich gehalten.
Die Kresolgeschichte war aber nur
der Auftakt. In den neunziger
Jahren wirkten sie auf
Bodenproben hin.
Sie deckten verheimlichte
Schwelbrände auf. 86 Tage hatte es
im Müll gekokelt. Sie verhinderten,
dass Mitte der neunziger Jahre eine
zweite Deponie errichtet wurde.
"Das hätte die ganze Gegend hier
kaputt gemacht", sagt Bürger
Peters. Die größte Giftmülldeponie
Europas wäre entstanden. Mit
Rainder Steenblock als neuem
Umweltminister kehrte dann ein
wenig Ruhe ein, die Suche nach
einer weiteren Deponie wurde
eingestellt. Ruhe war aber nur bis
Januar 2007, als die Lübecker
Nachrichten von den Plänen für
eine Befeuchtungsanlage von
Flugasche in Rondeshagen
berichteten. Inzwischen sind die
Aktivisten zu Fachleuten für
Betriebsgenehmigungen und
Geschäftsberichte von
Deponiebetreibern geworden.
Bürger Stahlkopf: "Hier dürfen nur
Abfälle angenommen werden, die
eine feste oder eine stichfeste
Konsistenz haben. Also
Sonderabfälle wie Batterien oder
Steine aus Brandruinen oder
Böden." Aber trockene Flugasche
nicht.
Da beruhigt sie auch nicht der
Hinweis der Deponieleitung, dass
die Deponie nach dem Erreichen
einer
bestimmten Füllmenge bis zum Jahr
2015 geschlossen werden soll. Der
Wind über Rondeshagen weht
meistens aus west-südwestlicher
Richtung nach Ost-Nordost.
"Undenkbar, was geschieht, wenn
ein Schlauch platzt oder abreißt",
sagt Peters. Niemand wisse "wohin
das Zeug fliegt". Möglicherweise
bis nach Polen.
Der Mangel an Erfahrungen mit
einer Befeuchtungsanlage, wie sie
auf ihrer Deponie entstehen soll,
beunruhigt die Leute außerdem.
"Diese Anlage wäre die erste in
Deutschland", sagt Kersten
Brüggmann. Und sie fragt sich,
welche Flächen später als
Deponiegelände genutzt würden.
"Wird dann das Suchverfahren bei
uns neu belebt?"
Jeder ankommende Lastwagen wird
mit Argwohn betrachtet, besonders
Fahrzeuge mit dem großen A an der
Seite, als Zeichen für gefährliche
Stoffe an Bord. Vor allem, wenn die
Wagen nicht aus Hamburg oder
Schleswig-Holstein kommen. Müll
kann mittlerweile frei akquiriert
werden. Und der Geschäftsführer
der
Müllgesellschaft stehe unter
wirtschaftlichem Erfolgsdruck,
sagen Anwohner rund um die
Deponie.
Das Geschäftsergebnis der
Müllgesellschaft schließe jährlich
mit einer Million Euro an Verlusten
ab. Außerdem müssten
Rückstellungen für die
Renaturierung nach der Stilllegung
gebildet werden. Es stößt ihnen
auf, dass im
Genehmigungsverfahren für die
Befeuchtungsanlage der Minister
gesagt habe, er sei nicht in der Lage,
das Verfahren zu stoppen.
Und Personalien lassen sie stutzen.
Immerhin ist Peter Steiner
Aufsichtsratsvorsitzender der
"Gesellschaft für die Organisation
der Entsorgung von Sondermüll"
und gleichzeitig
Aufsichtsratsvorsitzender der
Gesellschaft zur Beseitigung von
Sonderabfällen, jener Firma, die je
zur Hälfte Hamburg und
Schleswig-Holstein gehört und die
Asche trocken nach Rondeshagen
holen will. Bürger Stahlkopf
interpretiert diese Doppelrolle so:
"Erst organisiert er den Müll. Dann
schafft er ihn weg."
Gleichzeitig leitet Steiner eine
Abteilung im Umweltministerium.
Dort ist er unter anderem zuständig
für Müllwirtschaft und
Anlagensicherheit.

Info-Briefe der Gemeinde Rondeshagen vom 15. und 19.März 2008

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Ausgabe 1/2008

Verteilung des Blattes erfolg am 16./17.03.2008
im Amtsbezirk Berkenthin




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