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Aktuelle-Information
Bericht über die Deponie
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NDR Nord-Magazin
23.11.2011
Hannover - Der umstrittene Transport von rund 130 000 Tonnen Giftmüll aus der Region Hannover nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist vorerst ausgesetzt.
(LN, 5.11.2011)
Das teilte Niedersachsens Sozialministerium am Samstag mit. Zuvor hatte die "Neue Presse" berichtet, dass zunächst ein TÜV-Gutachten über mögliche Gesundheitsgefahren ausgewertet werden soll. Der TÜV habe in der vergangenen Woche einige Testfahrten begleitet, sagte ein Ministeriumssprecher. Der Asbestschlamm stammt von einer Halde in Wunstorf-Luthe bei Hannover.
Dort hat die Firma Fulgurit bis 1990 Asbestprodukte hergestellt. Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland wegen der nachgewiesenen Gesundheitsgefahren verboten.
Asbest: Bürgermeister drohen mit Klage Transporte beginnen frühestens Mitte November. 70 Umweltschützer gehen in Schwerin auf die Straße.
(LN, 5.11.2011)
Lübeck - Die Bürgermeister der Gemeinden rund um die Sondermülldeponie Rondeshagen (Kreis Herzogtum-Lauenburg) wollen die umstrittenen Asbest-Transporte von Wunstorf/Luthe in den Norden notfalls auch auf juristischem Wege verhindern. Das kündigte Andreas Albrecht, Bürgermeister von Rondeshagen, gegenüber den LN an. "Wir haben einen Rechtsanwalt beauftragt, der jetzt eine rechtliche Bewertung vornehmen wird", sagte Albrecht. In der kommenden Woche soll ein erstes Ergebnis feststehen. Bürgermeister und Bewohner sowohl in Rondeshagen als auch in Selmsdorf (Nordwestmecklenburg) quält die Sorge, dass beim losen Transport der giftigen Schlacken krebserregende Asbestfasern freigesetzt werden könnten.
Unerwartet hat das Sozialministerium des Landes Niedersachsen, verantwortlich für die Gewerbeaufsicht, gestern einen Aufschub der Transporte veranlasst, die eigentlich bereits in der kommenden Woche beginnen sollten. "Wir wollen absolut sicher sein, dass von den Transporten keine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht", sagte Ministeriumssprecher Thomas Spieker den LN. Deshalb habe das Land mit dem Tüv Nord einen unabhängigen Gutachter beauftragt, der die Testfahren nach Rondeshagen und Ihlenberg auswerten soll.
Knackpunkt: Die Region Hannover will den giftigen Schlamm lediglich auf Laster verladen und mit einer Schaumschicht und einer Plane überdecken. Dabei muss Asbestmüll normalerweise in luftdichten Kunststofftaschen, sogenannten Big Bags verpackt werden. "Sollte das Gutachten nicht die Zweifel an der Sicherheit des Transportes ausräumen, werden wir das nicht genehmigen", sagte Spieker. Eine mündliche Zusage reiche dabei nicht. "Wir wollen das Gutachten schriftlich haben." Das werde spätestens am 19. November erwartet. "Und dann werden wir entscheiden", kündigt der Ministeriumssprecher an.
Unterdessen erreicht der Protest gegen den Giftmülltransport zunehmend die Öffentlichkeit: Vor der Staatskanzlei in Schwerin forderten gestern Nachmittag rund 70 Gegner den vollständigen Stopp des geplanten Transportes. Mit Schutzanzügen, Mundschutz und Gummihandschuhen bekleidet, machten die Transportgegner auf ihre Sorgen aufmerksam. In ihren Händen hielten sie Transparente. Darauf war zu lesen: "Asbest - nein danke", "Nein zu den Asbesttransporten" oder "Kein Asbest auf den Ihlenberg."
Arndt Müller vom Bund für Umwelt- und Naturschutz BUND forderte von Ministerpräsident Erwin Sellering per Megafon deshalb einen sofortigen Stopp der geplanten Transporte. Mittlerweile haben auch erste Anwohner der Deponie Ihlenberg Strafanzeigen wegen versuchter Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft gestellt.
In Lübeck hat für heute die Piraten-Partei zu einer Demonstration um 11.55 Uhr in der Fußgängerzone aufgerufen. ov/so
Asbesttransporte: "Risiken sind nicht hinnehmbar"
(LN, 1.11.2011)
Kiel/Selmsdorf - Die Gefahren durch den umstrittenen Transport von Asbestschlamm zur Deponie am Ihlenberg und nach Rondeshagen in Schleswig-Holstein seien nicht hinnehmbar, sagt Dr. Hermann Kruse, Toxikologe an der Universitätsklinik in Kiel.
Wenn überhaupt, müsse der Giftmüll in einem völlig anderen Verfahren transportiert werden. Denn schon sehr geringe Mengen Asbestfasern würden Anwohner sowie Mitarbeiter der Transportunternehmen und der Deponien unzumutbar stark gefährden.
LN: In Wunstorf-Luthe wird der Asbestmüll mit einem Kran auf Muldenkipper beladen. Auf den Asbestschlamm kommen dann noch Schaum und eine Plane. Was sagen Sie als Toxikologe zu dieser Art des Transports?
Kruse: Das Problem ist, dass Asbestfasern eine extrem hohe Giftigkeit haben. Sie können schon in sehr niedrigen Konzentrationen einen Tumor auslösen. Das ist das besondere Problem bei Asbestfasern. Das heißt, von den geringsten Mengen dieser Fasern geht ein Risiko aus. Und das kann man nur minimieren, indem man den Asbest unter Vakuum in Big Packs verpackt und so transportiert.
LN: Nun soll genau das in diesem Fall nicht gemacht werden. Was sagen Sie als Experte zu der Regelung?
Kruse: Ich halte das für unerträglich, dass man hier etwas riskiert, was man nicht riskieren muss. Entweder belässt man den Asbestmüll vor Ort, deckt ihn sorgfältig ab, sodass keine Fasern freigesetzt werden können. Oder: wenn er denn transportiert werden soll, dann muss das unter den bestmöglichen Bedingungen passieren. Das heißt: unter Vakuum und eingetütet in Big Packs.Die Gesundheit der Mitarbeiter und der Bevölkerung steht im Vordergrund. Und da geht es nicht um die Kosten. Ich finde, wenn es um den Transport so hochgiftiger Stoffe geht wie Asbestfasern, dann dürfen auch keine Kosten gescheut werden, um wirklich zu gewährleisten, dass möglichst wenige der hochgiftigen Asbestfasern in die Umwelt freigesetzt werden.
LN: Kritik gibt es auch, weil der Asbestmüll auf der Deponie von den Kippern abgekippt werden soll.
Kruse: Da habe ich ganz große Bedenken. Beim Abkippen werden auf jeden Fall Fasern freigesetzt. Und das geht zu Lasten, einmal der Arbeiter, die sind natürlich besonders betroffen, aber auch der in der Umgebung lebenden Bevölkerung. Und das halte ich für nicht hinnehmbar.
LN: Sie selbst kennen die Halde in Wunstorf-Luthe ziemlich gut?
Kruse: Ja. Ich bin schon vor einigen Jahren nach sorgfältiger Durchsicht der Unterlagen zu dem Ergebnis gekommen, dass die Asbestschlämme oder Asbestabfälle am besten vor Ort verbleiben und sorgfältig nach oben abgedichtet werden, sodass eben keine oder möglichst wenige Fasern in die Umgebung entlassen werden. Wenn jetzt eine Öffnung erfolgt, ist es unausbleiblich, dass Asbestfasern frei gesetzt werden. Noch mehr Asbestfasern dürften beim Transport freigesetzt werden, das heißt also: auch die Bevölkerung in der Umgebung der Altablagerung ist von den Asbestfasern betroffen und nicht nur die Bevölkerung dort vor Ort, wo es hin verbracht werden soll.
LN: Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte den Transport vor zwei Jahren innerhalb von Niedersachsen untersagt, weil er angeblich zu gefährlich ist. Jetzt werden die 155 000 Tonnen Asbestschlamm trotzdem transportiert - rund 250 Kilometer bis nach Selmsdorf beziehungsweise nach Rondeshagen in Schleswig-Holstein.
Kruse: Ich halte es für unerträglich, dass man überhaupt erwägt, auf diese weite Entfernung so hoch gefährlichen Müll in derart großen Konzentrationen zu transportieren. Und dann kommt ja bei der Deponie Selmsdorf noch eins hinzu: sie haben da ja eine Deponie, die hochgradig befrachtet ist, mit wahnsinnig giftigen Verbindungen. Das fängt an mit radioaktiven Abfällen und reicht bis hin zu Chlororganischen Verbindungen aus der Industrie. Das heißt also, wir können uns eigentlich gar keine giftigen Stoffe mehr auf der Deponie erlauben, bei denen wir befürchten müssen, dass sie freigesetzt werden und dann in die Umgebung gelangen.
Interview: Steffen Oldörp
Verfüllung der Deponie bis 2015 nicht machbar
Anders als noch auf der Internetseite der Gesellschaft für Beseitigung von Sonderabfällen mbH angekündigt, wird die Sondermülldeponie Rondeshagen wahrscheinlich nicht bis zum Jahr 2015 vollständig verfüllt sein. Das war ein Ergebnis des letzten turnusgemäßen Treffens des Vorstandes der Bürgervereinigung gegen die Giftmülldeponie Rondeshagen-Groß-Weeden e.V. mit der Geschäftsleitung der GBS. Dennoch aber, so Herr Berner, Geschäftsführer des Unternehmens, werde angestrebt, ab 2018 mit der Nachsorge zu beginnen. Dem werde eine etwa zweijährige Rückbau- und Rekultivierungsphase der verfüllten Polder vorausgehen. Die Restverfüllung und die Rekultivierungsmaßnahmen könnten aber durchaus eine Zeitlang nebeneinander herlaufen.
Begründet wird die längere Laufzeit mit dem konjunkturbedingten rückläufigen Sondermüllaufkommen in den letzten Jahren. So sei die angelieferte Müllmenge deutlich hinter den lange prognostizierten Werten zurückgeblieben, so die Vertreter des Deponiebetreibers. Nach Auskunft der Betreiber betrug die Müllmenge 2010 lediglich ca. 18 000 t bei einer Restkapazität von ca. 210 000 t. Auch wenn die Einlagerung bis Ende September diesen Jahres wieder angestiegen sei, müsse doch davon ausgegangen werden, dass die angestrebte vollständige Verfüllung 2015 nicht erreicht werden könne. "Dies ist natürlich nicht in unserem Sinne", so die Vertreter der Bürgerinitiative (Silke Brandt, Thomas Stahlkopf, Volker Peters), "dennoch lässt sich diese Entwicklung wahrscheinlich nicht zu verhindern!" Denn wenn man auf eine schnellstmögliche Verfüllung drängen würde, etwa indem die verbleibende Restkapazität mit Erde verfüllt würde, könne dies die ordnungsgemäße Rekultivierung und Nachsorge gefährden. Tatsächlich ist die GBS laut Deponieverordnung gehalten, aus dem tatsächlichen Einlagerungserlös Rücklagen für Rekultivierung und Nachsorge zu bilden. Die volle Rückstellung der auf 30 Jahre veranschlagten Nachsorgephase kann aber nur bei vollständiger Verfüllung der Deponie erreicht werden. "Eine verantwortungsvolle Nachsorge über 30 Jahre, die alle erkennbaren Risiken und Vorsichtsmaßnahmen einschließt, muss im vorrangigen Interesse aller Anwohner des Deponiegeländes liegen. Was danach geschieht, kann im Augenblick ohnehin niemand beantworten", so ein Vertreter der Bürgerinitiative.
Deponiebetreiber und Deponiegegner sind sich einig, dass die seit 2009 stattfindenden regelmäßigen Treffen deutlich zur gegenseitigen Vertrauensbildung und Beruhigung beigetragen haben. "Offenheit und Transparenz der Vorgänge auf der Deponie sind nötig, um Vorbehalte und Ängste in der Bevölkerung abzubauen", so ein Vertreter der Bürgerinitiative. So sei deutlich geworden, dass die Deponiebetreiber auf die angestrebte Verfüllung der Deponie hinarbeiten, auch wenn dies nach Lage der Dinge in dem zunächst gesteckten Zeitraum möglich sein werde. Die eingelagerten Abfälle, die derzeit vor allem aus Sanierungsvorhaben stammen, entsprechen den Angaben der Betreiber zufolge den geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Sie stammen derzeit zu 45% aus Hamburg, zu 37% aus Schleswig-Holstein und zu 18% aus anderen Bundesländern. Sondermüll aus dem Ausland werde den Angaben zufolge nicht eingelagert. Eine Änderung des derzeitigen Deponiekonzepts sei bis zur endgültigen Schließung in einigen Jahren nicht beabsichtigt.
"Tatsächlich ist es auch wegen des begonnenen Dialogs rund um die Deponie ruhig geworden", so ein Vertreter der Bürgerinitiative. "Aber Wachsamkeit ist weiterhin angesagt und die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass sich die Bevölkerung bei jeder Unregelmäßigkeit sofort wieder mobilisieren lässt. Dies weiß inzwischen auch die Geschäftsführung der Deponie."
Informationen:
Dialog mit den Deponiebetreibern
Am 10.07.2009 fand ein erstes Treffen der Bürgervereinigung mit der GBS Gesellschaft zur Beseitigung von Sonderabfällen mbH statt. Die GBS und die Bürgervereinigung haben sich über regelmäßige Treffen verständigt und die Gesprächsmodalitäten festgelegt. Insbesondere geht es uns darum, Transparenz zu schaffen und so unsere satzungsgemäßen Aufgaben zu erfüllen. Die GBS hat das aktuelle Bauvorhaben vorgestellt und nochmals betont, dass hiermit ausschließlich gesetzliche Erfordernisse zur Anpassung des Neigungswinkels des Oberflächenwassers verfolgt werden und damit keine Erweiterung der Deponie vorgenommen ist. Wir sind auf das nächste Treffen im Herbst diesen Jahres sehr gespannt.
20-jähriges Jubiläum der Bürgervereinigung
1989 ist das Gründungsjahr unserer Bürgervereinigung. Zu Beginn des Jahres lies ein LKW-Fahrer Kresol auf einem Rastplatz der A1 bei Sylsbek ab. Der dort verseuchte Boden sollte aufgrund eines Kabinettsbeschlusses nach Groß-Weeden zur Zwischenlagerung gebracht werden. Hiergegen wehrten sich die Anwohner. Als die ersten Transporte von Sylsbek am 03.07.1989 kamen, blockierten sie die Zufahrt zur Deponie in Groß-Weeden. 3 Tage später formierten sich die Gegner zur Gründung der Bürgervereinigung. Die kresolverseuchte Erde haben wir zwar nicht verhindern können, aber im Laufe der Zeit können wir doch auf Erfolge zurückblicken: Eine groß-angelegte Erweiterung der Deponie konnten wir ebenso verhindern wie den Einbau einer Konditionierungsanlage im vergangenem Jahr.
Bodengutachten
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Ausgabe 1/2009
Rondeshagen: Die Bürger
werden zunehmend nervös
| Von Jens Burmeister ----------------------------------------------------- Berkenthin/Rondeshagen – Sondermülldeponie bewegt weiter die Gemüter: Gut 200 Bürger versammelten sich jetzt im Berkenthiner Sportzentrum. Das Interesse war groß, obwohl die Landesregierung kürzlich verkündet hatte, dass der Antrag zum Bau einer Konditionierungsanlage zurückgezogen werde. Die Bürgerinitiative der Deponiegegner hatte zu dieser Info-Veranstaltung eingeladen und wollte die Menschen der Region über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Dabei ließ Thomas Stahlkopf noch einmal Revue passieren, was sich seit Errichtung der Deponie alles ereignet hat. |
Im Saal war es mucksmäuschenstill. Alle hörten gespannt zu, als Stahlkopf von einem Schwelbrand auf der Deponie berichtete, der immerhin 86 Tage lang nicht gelöscht werden konnte, von dem die Öffentlichkeit erst spät erfuhr und zu dem die Feuerwehren der Region nicht gerufen wurden. Es war der Hamburger Berufsfeuerwehr vorbehalten, sich um dieses „Missgeschick“ zu kümmern, den hiesigen Wehren vertraute man damals offenbar nicht. Andreas Koop, Stellvertretender Amtswehrführer des Amtes Berkenthin, erklärte den perplexen Zuhörern, dass der Betreiber der Sondermülldeponie bis heute keinen Feuerwehrplan vorgelegt habe. Dieses schreibe aber der Gesetzgeber vor und die Feuerwehren erstellen daraus einen Einsatzplan. „Wir sind gut aufgestellt, halten beim |
Kreisfeuerwehrverband in Elmenhorst einen Gefahrgutzug vor, der bei einem größeren Schadensereignis auch zum Einsatz kommen würde. Leider können wir aber kaum reagieren, denn wir wissen nicht, mit welchen Stoffen wir es hier auf der Deponie zu tun haben“, sagte der erfahrene Feuerwehrmann. Und so abwegig sei ein Störfall auch nicht. Ein Besuch auf der Deponie zeigte deutlich, dass die Hallen zwar an den Giebelseiten geschlossen sind, aber an den langen Seiten offen. „Da pfeift der Wind ganz schön durch und irgendwann ist der feucht angelieferte Müll ja auch mal abgetrocknet. Wenn es dann windig ist, wird garantiert etwas davon aufgewirbelt und in alle Himmelsrichtungen verstreut“, sagt Kersten Brüggmann von der Bürgervereinigung. |
Gern hätten die Menschen auch Hans-Joachim Berner, den Geschäftsführer der GBS (Gesellschaft zur Beseitigung von Sonderabfällen) befragt, aber Berner, der sich noch vor einigen Tagen beklagte, zu den Versammlungen nicht eingeladen zu werden, hatte wegen eines anderen dringenden Termins an diesem Abend abgesagt. Volkes Unmut wurde indes immer größer. Die Berkenthiner Rechtsanwältin und Notarin Cornelia Honsberg, die als Beraterin der Gemeinde Rondeshagen tätig ist, erklärte den besorgten Menschen, was man in der Zukunft tun müsse: „Wir müssen immer wachsam sein, wir dürfen nicht nachlassen, Forderungen zu stellen und die jetzige Deponie anzugreifen. Der Druck auf die GBS muss erhöht werden“, so die Juristin. Es stelle sich die Frage, ob diese Deponie |
| eigentlich noch zeitgemäß sei. „Entspricht diese Deponie eigentlich noch dem Stand der Technik von heute?“ fragte Honsberg in die Runde. Beantworten konnte das natürlich niemand, aber die Anwesenden wurden immer nervöser. Da verwunderte es nicht, als Hans-Heinrich Edler aus Berkenthin aufstand, das Mikrofon ergriff und forderte: „Man muss ernsthaft überlegen, den Betreiber nach Paragraph 326 Strafgesetzbuch wegen unerlaubtem Umgang mit Sonderabfällen zu verklagen.“ Den Paragraphen hatte Edler gleich in Kopie dabei und gemeinsam mit seiner Frau Monika eine mögliche Vorgehensweise gleich auf die Rückseite gedruckt. Es ist bekannt, dass die Betreiber den Planfeststellungsbeschluss bereits dreimal geändert haben, jeweils um die |
Kapazitäten der Anlage zu erhöhen. Waren es zu Beginn noch rund 300 000 Kubikmeter, die in Rondeshagen eingelagert werden sollten, so ist in drei Änderungen des Beschlusse die Menge auf inzwischen 944 000 Kubikmeter erhöht worden. In den Jahresrechnungsberichten der GBS wird deutlich, dass die Anlage völlig unrentabel arbeitet. Von einem jährlichen Minus von einer Million Euro ist die Rede. Um dennoch , wie die Landesregierung in Kiel sagt, den Betrieb der Deponie bis zum Jahr 2015 „bei auskömmlichen Erlösen“ sicherzustellen, vermuten die Deponiegegner eine Aufstockung der Hallen nach oben. Eine Erweiterung in der Fläche sei ja nicht vorgesehen. Der Hersteller der Hallen, die auf der Deponie errichtet wurden, sagt allerdings, |
dass die Stahlpfeiler zwar geeignet seien, um aufgestockt werden zu können. Gleichzeitig weist der Hersteller aber darauf hin, dass die Salze der deponierten Stoffe möglicherweise die Stahlpfeiler schneller verrotten lassen, so dass die Halle auch in sich zusammenstürzen könnte. Dazu passt die Aussage der GBS im Geschäftsbericht von 2006, dass die Umwelthaftpflichtversicherung durch Fristablauf zum 1. Januar 2007 weggefallen und nicht verlängerbar ist. Die GBS sieht das als erheblichen Kostensenkungsfaktor und will trotz Auslaufens der Versicherung die bisherige Versicherungssumme ei setzen, um die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb zu erhalten. Inwieweit dieses bereits umgesetzt wurde (die |
Beschlussfassung musste im ersten Jahreshälfte 2007 erfolgen), ist nicht bekannt. Der Jahresbericht 2007 ist noch nicht veröffentlicht worden. Ursprünglich sollten in Rondeshagen nur Abfälle aus Schleswig-Holstein und Hamburg angeliefert und eingelagert werden. In 2006 stammten aus Schleswig-Holstein 13,5 Prozent und aus Hamburg 49,9 Prozent des angelieferten Mülls. Woher die restlichen 36,6 Prozent kommen, ist nicht bekannt. |
War's das nun ? Wir meinen NEIN !
Liest man die Medien-Information aufmerksam zwischen den Zeilen, dann wird folgendes deutlich:
1 bis 4 Fragen an die Medien-Information
der Landesregierung Schleswig-Holstein
Ansehen und drucken der Fragen
Unsere Antwort zur Medien-Information
der Landesregierung Schleswig-Holstein
Ansehen und drucken der Antworten
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Ausgabe 2/2008
Medien-Information Landesregierung
Schleswig-Holstein
Deponie Rondeshagen:
Konditionierungsanlage nicht weiter erforderlich
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Ausgabe 3. April 2008
"Das Dorf und der Tod"
Eine Auftragsproduktion von der Gemeinde Rondeshagen
Bilder vom 30.März 2008
Ulrike und Harten Benthien aus Kastorf haben die alten Protest- Schilder aus den 1990er Jahren aus Ihrer Scheune gekramt und festgestellt: Die Dinger passen ja noch ganz gut in die Landschaft.




Bilder vom 22.März 2008
Info-Stand der Bürgervereinigung vor Markant in Berkenthin
500 Menschen bilden auf dem Sportplatz die Buchstaben DEPO-NIE
Bilder aus der Turnierkoppel und von der Lichterkette




Rondeshagen - Die Entscheidung, ob trockene, giftige Asche aus Müllverbrennungsanlagen nach Rondeshagen gebracht wird, soll am 27. März fallen. Die Proteste erreichen am Sonnabend einen neuen Höhepunkt.
| Von Uwe Krog Jahrelang haben die etwas mehr als 100 Mitglieder der Bürgervereinigung gegen die Giftmülldeponie "geschlafen". Sie seien, sagt Kersten Brüggmann aus Düchelsdorf, sozusagen im Stand- By-Modus gewesen. Aber seitdem bekannt ist, dass die Gesellschaft zur Beseitigung von Sonderabfällen, kurz GBS, statt angefeuchteter Asche nun Trockenasche aus Müllverbrennungsanlagen in geschlossenen Silo-Lastzügen nach Rondeshagen karren will, sind sie hellwach. Das Zeug soll in Silos umgelagert, befeuchtet und eingelagert werden. Am Sonnabend wollen sie mit spektakulären Aktionen auf ihre Sorgen, auf ihre Ängste vor einem Unfall aufmerksam machen. Eine Lichterkette von Rondeshagen nach Berkenthin wollen sie nach Einbruch der Dunkelheit bilden, auf dem Berkenthiner Sportplatz sollen Menschen den Begriff "Depo-Nie" bilden. In den Vorgärten sollen grüne Schleifen um Bäume gebunden werden. Auf Häuserdächern sollen Protestplakate ausgelegt werden. Und für den 10. April laden sie um 19 Uhr ins Sportzentrum Berkenthin zu einer |
Informationsveranstaltung ein. "Wir fühlen uns betrogen von der Politik", sagt Anwohner Volker Peters aus Berkenthin. Gegründet hatten sie sich nach dem Kresol-Skandal 1989. Damals hatte ein Lastwagenfahrer zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe etwa 5000 Liter der Chemikalie in einen Graben abgelassen. Als bekannt wurde, dass der verseuchte Boden im Rondeshagener Ortsteil Groß Weeden eingelagert werden sollte, wurden die Protestler vor der Deponie von Polizisten weggetragen. Die Brummis kippten das giftige Zeug ab. Das war die Geburtsstunde dieser Bürgervereinigung. Sie haben genau verfolgt, wie der damalige Umweltminister Professor Bernd Heydemann versprach, die Lagerung in Rondeshagen sei nur eine Zwischenlösung. "Das Zeug", sagt Anwohner Thomas Stahlkopf, "liegt da heute noch drin." Eine Verlagerung habe selbst der damalige Betriebsleiter für kaum möglich gehalten. Die Kresolgeschichte war aber nur der Auftakt. In den neunziger Jahren wirkten sie auf Bodenproben hin. |
Sie deckten verheimlichte Schwelbrände auf. 86 Tage hatte es im Müll gekokelt. Sie verhinderten, dass Mitte der neunziger Jahre eine zweite Deponie errichtet wurde. "Das hätte die ganze Gegend hier kaputt gemacht", sagt Bürger Peters. Die größte Giftmülldeponie Europas wäre entstanden. Mit Rainder Steenblock als neuem Umweltminister kehrte dann ein wenig Ruhe ein, die Suche nach einer weiteren Deponie wurde eingestellt. Ruhe war aber nur bis Januar 2007, als die Lübecker Nachrichten von den Plänen für eine Befeuchtungsanlage von Flugasche in Rondeshagen berichteten. Inzwischen sind die Aktivisten zu Fachleuten für Betriebsgenehmigungen und Geschäftsberichte von Deponiebetreibern geworden. Bürger Stahlkopf: "Hier dürfen nur Abfälle angenommen werden, die eine feste oder eine stichfeste Konsistenz haben. Also Sonderabfälle wie Batterien oder Steine aus Brandruinen oder Böden." Aber trockene Flugasche nicht. Da beruhigt sie auch nicht der Hinweis der Deponieleitung, dass die Deponie nach dem Erreichen einer |
bestimmten Füllmenge bis zum Jahr 2015 geschlossen werden soll. Der Wind über Rondeshagen weht meistens aus west-südwestlicher Richtung nach Ost-Nordost. "Undenkbar, was geschieht, wenn ein Schlauch platzt oder abreißt", sagt Peters. Niemand wisse "wohin das Zeug fliegt". Möglicherweise bis nach Polen. Der Mangel an Erfahrungen mit einer Befeuchtungsanlage, wie sie auf ihrer Deponie entstehen soll, beunruhigt die Leute außerdem. "Diese Anlage wäre die erste in Deutschland", sagt Kersten Brüggmann. Und sie fragt sich, welche Flächen später als Deponiegelände genutzt würden. "Wird dann das Suchverfahren bei uns neu belebt?" Jeder ankommende Lastwagen wird mit Argwohn betrachtet, besonders Fahrzeuge mit dem großen A an der Seite, als Zeichen für gefährliche Stoffe an Bord. Vor allem, wenn die Wagen nicht aus Hamburg oder Schleswig-Holstein kommen. Müll kann mittlerweile frei akquiriert werden. Und der Geschäftsführer der |
Müllgesellschaft stehe unter wirtschaftlichem Erfolgsdruck, sagen Anwohner rund um die Deponie. Das Geschäftsergebnis der Müllgesellschaft schließe jährlich mit einer Million Euro an Verlusten ab. Außerdem müssten Rückstellungen für die Renaturierung nach der Stilllegung gebildet werden. Es stößt ihnen auf, dass im Genehmigungsverfahren für die Befeuchtungsanlage der Minister gesagt habe, er sei nicht in der Lage, das Verfahren zu stoppen. Und Personalien lassen sie stutzen. Immerhin ist Peter Steiner Aufsichtsratsvorsitzender der "Gesellschaft für die Organisation der Entsorgung von Sondermüll" und gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft zur Beseitigung von Sonderabfällen, jener Firma, die je zur Hälfte Hamburg und Schleswig-Holstein gehört und die Asche trocken nach Rondeshagen holen will. Bürger Stahlkopf interpretiert diese Doppelrolle so: "Erst organisiert er den Müll. Dann schafft er ihn weg." Gleichzeitig leitet Steiner eine Abteilung im Umweltministerium. Dort ist er unter anderem zuständig für Müllwirtschaft und Anlagensicherheit. |
Info-Briefe der Gemeinde Rondeshagen vom 15. und 19.März 2008
Ausgabe des Info-Blatt DepoNie
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Ausgabe 1/2008
Verteilung des Blattes erfolg am 16./17.03.2008
im Amtsbezirk Berkenthin