Bürgervereinigung gegen die Giftmülldeponie Rondeshagen e.V.


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Schleswig-Holstein-Magazin vom 28.März 2008

Nach Protesten von Anwohnern, der Bürgervereinigung und den Gemeinden im Amtsbezirk Berkenthin vorerst keine Lagerung von giftiger Flugasche in der Sondemülldeponie Rondeshagen

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Giftasche: Böser Brief an den Landrat
Amtsvorsteher Bartels: "Üble Tricks"

Von Uwe Krog
Rondeshagen - Landrat Gerd Krämer hat einen bitterbösen Brief von Berkenthins
Amtsvorsteher Karl Bartels erhalten. "Der wird geschluckt haben", sagt Bartels. Noch am
vergangenen Sonnabend gehörte der Körper des Amtsvorstehers zur Traube von
Menschenleibern, die auf dem Berkenthiner Sportplatz den Begriff "Depo-Nie" bildeten.
Rechts und links, vor und hinter ihm die Bürgermeister der um die Sondermüll-Deponie von
Rondeshagen gelegenen Gemeinden - und viele Aufgeschreckte, insgesamt etwa 500
Menschen. Pastor Wolfgang Runge beklagte die "personelle Verfilzung" zwischen
Müllhandel und Genehmigungsbehörde.
Die Bevölkerung, so Bartels Fazit, habe mit dieser Demonstration bewiesen, dass ein
Minister ihre Sorgen, ihre Ängste nicht übergehen könne. Eine Anlage zur Befeuchtung von
gefährlicher Asche aus Müllverbrennungsanlagen soll entstehen. Dagegen wehren sich die
Bewohner mit allen Mitteln. Deshalb hat Karl Bartels diesen Brief an den Landrat
geschrieben. Der Amtsvorsteher und seine Verwaltung fühlen sich vom Land und vom Kreis
gleichermaßen ausgetrickst.
Bartels setzt jetzt auf ein neues Genehmigungsverfahren, wenn das überhaupt noch
notwendig sei. Die Entscheidung darüber, ob die neue Anlage kommt und damit giftige
Trockenasche durch die Gegend gekarrt wird, soll am kommenden Donnerstag fallen. Es
scheint möglich nach den Protesten, dass die Betreibergesellschaft ihren Antrag zurückzieht
oder der Minister das Vorhaben ablehnt.
Nun warten alle mit Spannung auf das Ergebnis dieser Aufsichtsratssitzung, an der
Rondeshagens Bürgermeister Heinz Albrecht und Dr. Carl-Heinz Schulz aus der
Kreisverwaltung teilnehmen. Schulz, bei der Kreisverwaltung unter anderem zuständig für
Abfall und Bodenschutz, scheint zwar für eine Genehmigung der neuen Anlage in
Rondeshagen wenig Verständnis zu haben: "Dadurch wird die Lage nur künstlich angeheizt,
die Akzeptanz der
Deponie geht den Bach 'runter." Theoretisch sei die Anlage zwar durchsetzbar. "Das gibt
nur noch mehr Ärger." Aber die Vorwürfe von Karl Bartels gehen auch ihn etwas an. Seine
Behörde habe als Mittler zwischen dem Landesamt für Naturschutz und dem Amt
Berkenthin gewirkt. Deshalb könne er den Brief nicht verstehen: "Das Amt Berkenthin ist
zu allen Zeiten über den jeweiligen Sachstand informiert gewesen", sagt Schulz.
Amtsvorsteher Bartels indes will rechtlich überprüfen lassen, ob ein neues
Genehmigungsverfahren für den Bau der Befeuchtungsanlage möglich sei. Wenn die Anlage
allerdings gebaut würde, lohne es sich nicht, "gegen etwas anzurennen, was unvermeidbar
ist".
Anders die Bürgervereinigung von Rondeshagen. Am Sonnabend hat sie allein in drei
Stunden 200 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. "Die Unterschriften und die
Aktion am Sonnabend waren nur der Anfang", sagt Kersten Brüggmann.
Wie es weitergehe mit den Protesten, "hängt vom Ausgang der Sitzung am Donnerstag ab".
So blicken in und um Rondeshagen rund 8000 Betroffene am Donnerstag mit Spannung nach
Flintbek, wo das Treffen des Aufsichtsrates sein soll. Der Kastorfer Thomas Stahlkopf teilt
den verhaltenen Optimismus auf ein Abwenden der neuen Anlage allerdings nicht. "Ich bin
da sehr skeptisch nach allen Erfahrungen mit dieser Deponie."
Die Menschen fürchten um gesundheitliche Schäden, sollte die giftige Trockenasche in die
Umwelt geraten. Niemand weiß, wohin sie fliegen würde. Sie fürchten um den Wert ihrer
Häuser. Im Fremdenverkehrsgewerbe geht die Angst vor leeren Betten um.
Und für Briefeschreiber Bartels steht jetzt "die politische Glaubwürdigkeit" auf dem Spiel.


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Proteste gegen Giftmülldeponie gehen weiter, Ratzeburger Markt vom 26.März 2008


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Lübecker Nachrichten vom 23.März 2008

Aufstand gegen Deponiepläne
Rondeshagen - Aufruhr im Lauenburgischen: Mit einer Großdemo, mit Plakaten und Aktionen kämpfen Berkenthin und Rondeshagen gegen neue Pläne für eine Sondermülldeponie.

Von Andreas Meyer

Die Welt in Rondeshagen und
Berkenthin war in Ordnung. Zwölf
Jahre lang. In dem Amt im
Lauenburgischen gab es keinen
Anlass, auf die Straße zu gehen.
Keinen Grund für Protestschilder.
Und auch keinen für Angst. Doch
mit der Ruhe ist es seit wenigen
Wochen vorbei: Die
Sondermülldeponie Rondeshagen
will neue Abfälle aufnehmen.
Trockene Asche, um genau zu sein.
Und diese Ankündigung hat das
Leben in den Dörfern verändert.
Mit einem Schlag.
Auf einmal ist die Furcht
zurückgekehrt. Die Angst um Leib
und Leben. Sie drückt sich aus in
Totenschädeln, die auf einem Schild
am Ortseingang prangen.
Kalt ist es an diesem
Sonnabendnachmittag. Das
Thermometer ist unter null Grad
gefallen, Schnee geht nieder.
Dennoch sind 400 Menschen auf
den Sportplatz von Berkenthin
gekommen. Vielleicht auch mehr.
Sie sind da, um ein Zeichen zu
setzen - aus einigen Metern Höhe
ist es deutlich zu sehen:
"Depo-Nie" - Frauen und Männer,
Kinder und Senioren haben sich zu
den acht Buchstaben
zusammengestellt. Banner werden
ausgebreitet. Mit Protestnoten.
Das Fernsehen ist da und eine
Schar von Journalisten aus dem
gesamten Norden.
"Wir wollen die Asche nicht
haben", diktiert Rondeshagens
Bürgermeister Heinz Albrecht in
die Blöcke.
Amtsvorsteher Karl Bartels nickt:
"Die Menschen haben Angst." Als
vor fast 30 Jahren die ersten Pläne
für die Sondermülldeponie
geschmiedet wurden, war Bartels
bereits dabei. Er stand auch
damals in den Reihen der Gegner.
Die Deponie verhindern konnten
die Rondeshagener nicht, aber sie
konnten dem Betreiber
Bedingungen diktieren: "Damals
wurde festgelegt, dass nur
befeuchtete Asche angeliefert
werden darf - und dass bestimmte
Giftstoffe ausgeschlossen sind."
Mit dem Kompromiss konnten
alle Seiten leben. Seit 1996 war es
daher ruhig in Berkenthin und
Rondeshagen.
Doch nun wird am Kompromiss
gerüttelt: Der Betreiber der
Deponie, die Gesellschaft zur
Beseitigung von Sonderabfällen
mbH (GBS), will in Rondeshagen
künftig auch trockene Asche
einlagern. Die Asche stammt aus
Müllverbrennungsanlagen, ist
hochgiftig und soll nicht wie bisher
vor dem Transport, sondern erst
auf der Deponie befeuchtet
werden. Die GBS hofft auf
zusätzliche Geschäfte, die Bürger
fürchten um ihre Gesundheit.
"Wenn die Asche austritt und in
die Dörfer weht - wer weiß, was
das für Folgen hat", sagt
Bürgermeister Albrecht.
Auf Hilfe vom Land haben die
Menschen vergebens gewartet:
Schleswig-Holstein hält 50
Prozent an der
GBS, die Hansestadt Hamburg
den Rest. "Das Land hat uns
ausgetrickst", sagt Bartels. Als es
um den Bau der
Befeuchtungsanlage ging, wurde
die Gemeinde befragt - und sagte
Nein. "Das Land hat dann ein
anderes Genehmigungsverfahren
gewählt, um uns auszubooten.
Juristische Winkelzüge!", klagt
Bartels.
Die Wohngebiete in den Orten
sind mit Protestschildern
dekoriert. Bunt wirken sie. Fast
wie Osterschmuck. "Hurra, wir
leben noch" ist in einem Fenster
zu lesen. "Ich hoffe, der
Umweltminister hat die Botschaft
verstanden", so Bartels. Falls
nicht, werden die Bürger
weiterkämpfen - nicht nur in der
Kälte des heimischen
Sportplatzes, sondern auch im
Gerichtssaal.


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Schleswig-Holstein-Magazin vom 22.März 2008

Das Schleswig-Holstein-Magazin berichtet aus Berkenthin.
Auf dem Berkenthiner Sportplatz formen mehr als 500 Menschen die Buchstaben DEPO-NIE.

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Ratzeburger Markt vom 15.März 2008


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Leserbrief Lübecker Nachrichten vom 16.März 2008


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RTL vor Ort in Rondeshagen/Groß Weeden vom 11.März 2008

Manuela Ziebeck lebt direkt neben der Sondermülldeponie bei Rondeshagen im Herzogtum Lauenburg. Da die Deponie des 800-Einwohner-Ortes nicht ausgelastet ist, soll dort in Zukunft trockener, dioxinhaltiger Staub gelagert werden. Bisher wurde der Abfall immer feucht angeliefert, denn das ist sicherer. Nun fürchtet sich die 32-Jährige um die Gesundheit von Töchterchen Angelina. Auch ihre Nachbarn haben Angst vor möglichen Gesundheitsschäden.
Wie ernst der Protest der Anwohner ist, spürte Schleswig-Holsteins Umweltminister Christian von Boetticher (CDU), als er am Abend die Menschen in Rondeshagen besuchte. Ob er Manuela Ziebeck und ihrer Tochter die Ängste vor dem Giftmüll nehmen konnte, sehen Sie im Video.


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Riesenangst vor giftiger Asche in Rondeshagen, Lübecker Nachrichten vom 11.März 2008


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Rondeshagen setzt Politikern zu, Lübecker Nachrichten vom 9.März 2008


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Gemeindebrief der Kirchengemeinde Berkenthin


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Leserbrief Lübecker Nachrichten vom 24.Februar 2008


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Training im Schutzanzug: Lübecker Nachrichten vom 22.Februar 2008


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Rondeshagen: Nein zum Deponieplan, Lübecker Nachrichten vom 30.November 2007

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