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Presse
Schleswig-Holstein-Magazin vom 28.März 2008
Giftasche: Böser Brief an den Landrat, Lübecker Nachrichten vom 26.März 2008
Proteste gegen Giftmülldeponie gehen weiter, Ratzeburger Markt vom 26.März 2008
Aufstand gegen Deponiepläne, Lübecker Nachricten vom 23.März 2008
Schleswig-Holstein-Magazin vom 22.März 2008
Ratzeburger Markt vom 15.März 2008
Leserbrief Lübecker Nachrichten vom 16.März 2008
RTL vor Ort in Rondeshagen/Groß Weeden vom 11.März 2008
Riesenangst vor giftiger Asche in Rondeshagen, Lübecker Nachrichten vom 11.März 2008
Rondeshagen setzt Politikern zu, Lübecker Nachrichten vom 9.März 2008
Gemeindebrief der Kirchengemeinde Berkenthin
Leserbrief Lübecker Nachrichten vom 24.Februar 2008
Training im Schutzanzug: Lübecker Nachrichten vom 22.Februar 2008
Rondeshagen: Nein zum Deponieplan, Lübecker Nachrichten vom 30.November 2007
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Schleswig-Holstein-Magazin vom 28.März 2008
Nach Protesten von Anwohnern, der Bürgervereinigung und den Gemeinden im Amtsbezirk Berkenthin vorerst keine Lagerung von giftiger Flugasche in der Sondemülldeponie Rondeshagen
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Giftasche: Böser Brief an den Landrat
Amtsvorsteher Bartels: "Üble Tricks"
| Von Uwe Krog Rondeshagen - Landrat Gerd Krämer hat einen bitterbösen Brief von Berkenthins Amtsvorsteher Karl Bartels erhalten. "Der wird geschluckt haben", sagt Bartels. Noch am vergangenen Sonnabend gehörte der Körper des Amtsvorstehers zur Traube von Menschenleibern, die auf dem Berkenthiner Sportplatz den Begriff "Depo-Nie" bildeten. Rechts und links, vor und hinter ihm die Bürgermeister der um die Sondermüll-Deponie von Rondeshagen gelegenen Gemeinden - und viele Aufgeschreckte, insgesamt etwa 500 Menschen. Pastor Wolfgang Runge beklagte die "personelle Verfilzung" zwischen Müllhandel und Genehmigungsbehörde. Die Bevölkerung, so Bartels Fazit, habe mit dieser Demonstration bewiesen, dass ein Minister ihre Sorgen, ihre Ängste nicht übergehen könne. Eine Anlage zur Befeuchtung von gefährlicher Asche aus Müllverbrennungsanlagen soll entstehen. Dagegen wehren sich die Bewohner mit allen Mitteln. Deshalb hat Karl Bartels diesen Brief an den Landrat geschrieben. Der Amtsvorsteher und seine Verwaltung fühlen sich vom Land und vom Kreis gleichermaßen ausgetrickst. Bartels setzt jetzt auf ein neues Genehmigungsverfahren, wenn das überhaupt noch notwendig sei. Die Entscheidung darüber, ob die neue Anlage kommt und damit giftige Trockenasche durch die Gegend gekarrt wird, soll am kommenden Donnerstag fallen. Es scheint möglich nach den Protesten, dass die Betreibergesellschaft ihren Antrag zurückzieht oder der Minister das Vorhaben ablehnt. Nun warten alle mit Spannung auf das Ergebnis dieser Aufsichtsratssitzung, an der Rondeshagens Bürgermeister Heinz Albrecht und Dr. Carl-Heinz Schulz aus der Kreisverwaltung teilnehmen. Schulz, bei der Kreisverwaltung unter anderem zuständig für Abfall und Bodenschutz, scheint zwar für eine Genehmigung der neuen Anlage in Rondeshagen wenig Verständnis zu haben: "Dadurch wird die Lage nur künstlich angeheizt, die Akzeptanz der |
Deponie geht den Bach 'runter." Theoretisch sei die Anlage zwar durchsetzbar. "Das gibt nur noch mehr Ärger." Aber die Vorwürfe von Karl Bartels gehen auch ihn etwas an. Seine Behörde habe als Mittler zwischen dem Landesamt für Naturschutz und dem Amt Berkenthin gewirkt. Deshalb könne er den Brief nicht verstehen: "Das Amt Berkenthin ist zu allen Zeiten über den jeweiligen Sachstand informiert gewesen", sagt Schulz. Amtsvorsteher Bartels indes will rechtlich überprüfen lassen, ob ein neues Genehmigungsverfahren für den Bau der Befeuchtungsanlage möglich sei. Wenn die Anlage allerdings gebaut würde, lohne es sich nicht, "gegen etwas anzurennen, was unvermeidbar ist". Anders die Bürgervereinigung von Rondeshagen. Am Sonnabend hat sie allein in drei Stunden 200 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. "Die Unterschriften und die Aktion am Sonnabend waren nur der Anfang", sagt Kersten Brüggmann. Wie es weitergehe mit den Protesten, "hängt vom Ausgang der Sitzung am Donnerstag ab". So blicken in und um Rondeshagen rund 8000 Betroffene am Donnerstag mit Spannung nach Flintbek, wo das Treffen des Aufsichtsrates sein soll. Der Kastorfer Thomas Stahlkopf teilt den verhaltenen Optimismus auf ein Abwenden der neuen Anlage allerdings nicht. "Ich bin da sehr skeptisch nach allen Erfahrungen mit dieser Deponie." Die Menschen fürchten um gesundheitliche Schäden, sollte die giftige Trockenasche in die Umwelt geraten. Niemand weiß, wohin sie fliegen würde. Sie fürchten um den Wert ihrer Häuser. Im Fremdenverkehrsgewerbe geht die Angst vor leeren Betten um. Und für Briefeschreiber Bartels steht jetzt "die politische Glaubwürdigkeit" auf dem Spiel. |
Aufstand gegen Deponiepläne
Rondeshagen - Aufruhr im Lauenburgischen: Mit einer Großdemo, mit Plakaten und Aktionen kämpfen Berkenthin und Rondeshagen gegen neue Pläne für eine Sondermülldeponie.
| Von Andreas Meyer Die Welt in Rondeshagen und Berkenthin war in Ordnung. Zwölf Jahre lang. In dem Amt im Lauenburgischen gab es keinen Anlass, auf die Straße zu gehen. Keinen Grund für Protestschilder. Und auch keinen für Angst. Doch mit der Ruhe ist es seit wenigen Wochen vorbei: Die Sondermülldeponie Rondeshagen will neue Abfälle aufnehmen. Trockene Asche, um genau zu sein. Und diese Ankündigung hat das Leben in den Dörfern verändert. Mit einem Schlag. Auf einmal ist die Furcht zurückgekehrt. Die Angst um Leib und Leben. Sie drückt sich aus in Totenschädeln, die auf einem Schild am Ortseingang prangen. |
Kalt ist es an diesem Sonnabendnachmittag. Das Thermometer ist unter null Grad gefallen, Schnee geht nieder. Dennoch sind 400 Menschen auf den Sportplatz von Berkenthin gekommen. Vielleicht auch mehr. Sie sind da, um ein Zeichen zu setzen - aus einigen Metern Höhe ist es deutlich zu sehen: "Depo-Nie" - Frauen und Männer, Kinder und Senioren haben sich zu den acht Buchstaben zusammengestellt. Banner werden ausgebreitet. Mit Protestnoten. Das Fernsehen ist da und eine Schar von Journalisten aus dem gesamten Norden. "Wir wollen die Asche nicht haben", diktiert Rondeshagens Bürgermeister Heinz Albrecht in die Blöcke. |
Amtsvorsteher Karl Bartels nickt: "Die Menschen haben Angst." Als vor fast 30 Jahren die ersten Pläne für die Sondermülldeponie geschmiedet wurden, war Bartels bereits dabei. Er stand auch damals in den Reihen der Gegner. Die Deponie verhindern konnten die Rondeshagener nicht, aber sie konnten dem Betreiber Bedingungen diktieren: "Damals wurde festgelegt, dass nur befeuchtete Asche angeliefert werden darf - und dass bestimmte Giftstoffe ausgeschlossen sind." Mit dem Kompromiss konnten alle Seiten leben. Seit 1996 war es daher ruhig in Berkenthin und Rondeshagen. |
Doch nun wird am Kompromiss gerüttelt: Der Betreiber der Deponie, die Gesellschaft zur Beseitigung von Sonderabfällen mbH (GBS), will in Rondeshagen künftig auch trockene Asche einlagern. Die Asche stammt aus Müllverbrennungsanlagen, ist hochgiftig und soll nicht wie bisher vor dem Transport, sondern erst auf der Deponie befeuchtet werden. Die GBS hofft auf zusätzliche Geschäfte, die Bürger fürchten um ihre Gesundheit. "Wenn die Asche austritt und in die Dörfer weht - wer weiß, was das für Folgen hat", sagt Bürgermeister Albrecht. Auf Hilfe vom Land haben die Menschen vergebens gewartet: Schleswig-Holstein hält 50 Prozent an der |
GBS, die Hansestadt Hamburg den Rest. "Das Land hat uns ausgetrickst", sagt Bartels. Als es um den Bau der Befeuchtungsanlage ging, wurde die Gemeinde befragt - und sagte Nein. "Das Land hat dann ein anderes Genehmigungsverfahren gewählt, um uns auszubooten. Juristische Winkelzüge!", klagt Bartels. Die Wohngebiete in den Orten sind mit Protestschildern dekoriert. Bunt wirken sie. Fast wie Osterschmuck. "Hurra, wir leben noch" ist in einem Fenster zu lesen. "Ich hoffe, der Umweltminister hat die Botschaft verstanden", so Bartels. Falls nicht, werden die Bürger weiterkämpfen - nicht nur in der Kälte des heimischen Sportplatzes, sondern auch im Gerichtssaal. |
Das Schleswig-Holstein-Magazin berichtet aus Berkenthin.
Auf dem Berkenthiner Sportplatz formen mehr als 500 Menschen die Buchstaben DEPO-NIE.
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Manuela Ziebeck lebt direkt neben der Sondermülldeponie bei Rondeshagen im Herzogtum Lauenburg. Da die Deponie des 800-Einwohner-Ortes nicht ausgelastet ist, soll dort in Zukunft trockener, dioxinhaltiger Staub gelagert werden. Bisher wurde der Abfall immer feucht angeliefert, denn das ist sicherer. Nun fürchtet sich die 32-Jährige um die Gesundheit von Töchterchen Angelina. Auch ihre Nachbarn haben Angst vor möglichen Gesundheitsschäden.
Wie ernst der Protest der Anwohner ist, spürte Schleswig-Holsteins Umweltminister Christian von Boetticher (CDU), als er am Abend die Menschen in Rondeshagen besuchte. Ob er Manuela Ziebeck und ihrer Tochter die Ängste vor dem Giftmüll nehmen konnte, sehen Sie im Video.