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Presse
Aufstand gegen Deponiepläne, Lübecker Nachricten vom 23.März 2008
Schleswig-Holstein-Magazin vom 22.März 2008
Ratzeburger Markt vom 15.März 2008
Leserbrief Lübecker Nachrichten vom 16.März 2008
RTL vor Ort in Rondeshagen/Groß Weeden vom 11.März 2008
Riesenangst vor giftiger Asche in Rondeshagen, Lübecker Nachrichten vom 11.März 2008
Rondeshagen setzt Politikern zu, Lübecker Nachrichten vom 9.März 2008
Gemeindebrief der Kirchengemeinde Berkenthin
Leserbrief Lübecker Nachrichten vom 24.Februar 2008
Training im Schutzanzug: Lübecker Nachrichten vom 22.Februar 2008
Rondeshagen: Nein zum Deponieplan, Lübecker Nachrichten vom 30.November 2007
Aufstand gegen Deponiepläne
Rondeshagen - Aufruhr im Lauenburgischen: Mit einer Großdemo, mit Plakaten und Aktionen kämpfen Berkenthin und Rondeshagen gegen neue Pläne für eine Sondermülldeponie.
| Von Andreas Meyer Die Welt in Rondeshagen und Berkenthin war in Ordnung. Zwölf Jahre lang. In dem Amt im Lauenburgischen gab es keinen Anlass, auf die Straße zu gehen. Keinen Grund für Protestschilder. Und auch keinen für Angst. Doch mit der Ruhe ist es seit wenigen Wochen vorbei: Die Sondermülldeponie Rondeshagen will neue Abfälle aufnehmen. Trockene Asche, um genau zu sein. Und diese Ankündigung hat das Leben in den Dörfern verändert. Mit einem Schlag. Auf einmal ist die Furcht zurückgekehrt. Die Angst um Leib und Leben. Sie drückt sich aus in Totenschädeln, die auf einem Schild am Ortseingang prangen. |
Kalt ist es an diesem Sonnabendnachmittag. Das Thermometer ist unter null Grad gefallen, Schnee geht nieder. Dennoch sind 400 Menschen auf den Sportplatz von Berkenthin gekommen. Vielleicht auch mehr. Sie sind da, um ein Zeichen zu setzen - aus einigen Metern Höhe ist es deutlich zu sehen: "Depo-Nie" - Frauen und Männer, Kinder und Senioren haben sich zu den acht Buchstaben zusammengestellt. Banner werden ausgebreitet. Mit Protestnoten. Das Fernsehen ist da und eine Schar von Journalisten aus dem gesamten Norden. "Wir wollen die Asche nicht haben", diktiert Rondeshagens Bürgermeister Heinz Albrecht in die Blöcke. |
Amtsvorsteher Karl Bartels nickt: "Die Menschen haben Angst." Als vor fast 30 Jahren die ersten Pläne für die Sondermülldeponie geschmiedet wurden, war Bartels bereits dabei. Er stand auch damals in den Reihen der Gegner. Die Deponie verhindern konnten die Rondeshagener nicht, aber sie konnten dem Betreiber Bedingungen diktieren: "Damals wurde festgelegt, dass nur befeuchtete Asche angeliefert werden darf - und dass bestimmte Giftstoffe ausgeschlossen sind." Mit dem Kompromiss konnten alle Seiten leben. Seit 1996 war es daher ruhig in Berkenthin und Rondeshagen. |
Doch nun wird am Kompromiss gerüttelt: Der Betreiber der Deponie, die Gesellschaft zur Beseitigung von Sonderabfällen mbH (GBS), will in Rondeshagen künftig auch trockene Asche einlagern. Die Asche stammt aus Müllverbrennungsanlagen, ist hochgiftig und soll nicht wie bisher vor dem Transport, sondern erst auf der Deponie befeuchtet werden. Die GBS hofft auf zusätzliche Geschäfte, die Bürger fürchten um ihre Gesundheit. "Wenn die Asche austritt und in die Dörfer weht - wer weiß, was das für Folgen hat", sagt Bürgermeister Albrecht. Auf Hilfe vom Land haben die Menschen vergebens gewartet: Schleswig-Holstein hält 50 Prozent an der |
GBS, die Hansestadt Hamburg den Rest. "Das Land hat uns ausgetrickst", sagt Bartels. Als es um den Bau der Befeuchtungsanlage ging, wurde die Gemeinde befragt - und sagte Nein. "Das Land hat dann ein anderes Genehmigungsverfahren gewählt, um uns auszubooten. Juristische Winkelzüge!", klagt Bartels. Die Wohngebiete in den Orten sind mit Protestschildern dekoriert. Bunt wirken sie. Fast wie Osterschmuck. "Hurra, wir leben noch" ist in einem Fenster zu lesen. "Ich hoffe, der Umweltminister hat die Botschaft verstanden", so Bartels. Falls nicht, werden die Bürger weiterkämpfen - nicht nur in der Kälte des heimischen Sportplatzes, sondern auch im Gerichtssaal. |
Das Schleswig-Holstein-Magazin berichtet aus Berkenthin.
Auf dem Berkenthiner Sportplatz formen mehr als 500 Menschen die Buchstaben DEPO-NIE.
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Manuela Ziebeck lebt direkt neben der Sondermülldeponie bei Rondeshagen im Herzogtum Lauenburg. Da die Deponie des 800-Einwohner-Ortes nicht ausgelastet ist, soll dort in Zukunft trockener, dioxinhaltiger Staub gelagert werden. Bisher wurde der Abfall immer feucht angeliefert, denn das ist sicherer. Nun fürchtet sich die 32-Jährige um die Gesundheit von Töchterchen Angelina. Auch ihre Nachbarn haben Angst vor möglichen Gesundheitsschäden.
Wie ernst der Protest der Anwohner ist, spürte Schleswig-Holsteins Umweltminister Christian von Boetticher (CDU), als er am Abend die Menschen in Rondeshagen besuchte. Ob er Manuela Ziebeck und ihrer Tochter die Ängste vor dem Giftmüll nehmen konnte, sehen Sie im Video.