Bürgervereinigung gegen die Giftmülldeponie Rondeshagen e.V.


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TOP Leserbrief zum Artikel „Angst vor Asbest in Rondeshagen…

Leserbrief zum Artikel „Angst vor Asbest in Rondeshagen…..“vom 24.11.20011

 

Bürgerinitiative  ist sich ihrer Verantwortung  bewusst

 

Tatsächlich  dokumentierte  die Veranstaltung am  Dienstagabend im  Sportzentrum Berkenthin  eindrucksvoll die Besorgnis der Bürger angesichts der anstehenden Asbesttransporte. Und die Befürchtungen der mehr als 300 Bürger wurden durch die fundierten Ausführungen der Umweltfachmannes Klaus Koch aus Hamburg und des renommierten Toxikologen Hermann Kruse aus Kiel mehr als bestätigt. So manch einem Zuhörer mag  angesichts der  Skandalgeschichte um die Transporte  und der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken der Atem gestockt haben.  Die BI gegen die Sondermülldeponie Rondeshagen  leitet aus all dem die klare Forderung ab, eine Lösung vor Ort in Wunstorf zu suchen und die Verlagerung der Asbesthalde – ob in freier Schüttung oder in Bigbags - zu stoppen.  Sie tut dies in völliger Übereinstimmung mit der Meinung unabhängiger Gutachter und Bürgerinitiativen vor Ort im Raum Hannover.  Rüdiger Hergt, Sprecher der Wunstorfer Bürgerinitiative, warnte  aus eigener Betroffenheit   eindringlich davor, die Asbesthalde in seinem Heimatort  aufzureißen, weil dadurch gefährlich Asbestfasern  freigesetzt würden. Leider fand sein Redebeitrag in dem LN-Artikel keine Erwähnung. In früheren Jahrzehnten seien viele Bürger dort in der Region an den Folgen von Asbestvergiftungen erkrankt und gestorben. In diesem Sinne betreibt unser BI keine Politik nach dem Sankt- Florian-Prinzip. Sie ist sich ihrer Verantwortung auch in einem überregionalen Sinne bewusst!

 

Volker Peters

Bürgerinitiative gegen die Sondermülldeponie Rondeshagen-Groß Weeden e.V.

 

Volker Peters

Drosselweg 14

23919 Berkenthin

 

045441279

 

 

 


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Rondeshagen - Die Menschen rund um die Sondermülldeponie Rondeshagen können aufatmen: Eine neue Untersuchung in Rondeshagen und Berkenthin hat einen noch unbedenklichen Gehalt an Dioxin im Boden festgestellt. Es war die erste neutrale Untersuchung seit 1993.

Rondeshagen - Jetzt liegen die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der ersten Bodenuntersuchung seit 1993 rund um die Giftmülldeponie Rondeshagen vor. Die Werte, berichtet Volker Peters von der Bürgervereinigung gegen die Giftmülldeponie, seien "nicht bedenklich: Wir sind erleichtert".
Weder auf dem in Windrichtung der Deponie liegenden Berkenthiner Sportplatz noch im Kindergarten noch am Friedhof geht eine Gefahr durch Dioxine und Furane für die Menschen dort aus. Die Werte, hat der Kieler Bodenschutzdienst für Städte und Gemeinden herausgefunden, lägen zwischen drei und sieben Nanogramm pro Kilogramm Boden.
Das sei zwar eine leichte Erhöhung gegenüber anderen Gegenden, doch selbst für den Kindegarten in Berkenthin gelten nach diesen Ergebnissen keine Einschränkungen in der Nutzung.
5000 Euro hat die Untersuchung gekostet. Der Aufwand hat sich gelohnt. Getragen von den elf Gemeinden des Amtes Berkenthin freut sich Berkenthins Bürgermeister Hans-Joachim Speth, "dass dieses Ergebnis beruhigend auf die Bevölkerung wirkt".
Die Experten vom Bodenschutzdienst empfehlen allerdings weitere Untersuchungen in Intervallen von drei bis fünf Jahren sowie, noch im Labor lagernde Proben auf Schwermetalle, auf Arsen und Thallium zu untersuchen. Ihre Empfehlung stößt bei den engagierten Gegnern der Deponie auf offene Ohren. Vor ziemlich genau 20 Jahren haben sie das erste Mal demonstriert.
Damals ging es gegen die Einlagerung von Kresol verseuchtem Boden in Rondeshagen. Das Gift stammte von einem Lastwagen an der Autobahn 1. "Wir haben so lange protestiert, bis uns die Polizisten wegtrugen", erinnert sich Thomas Stahlkopf aus Kastorf. Das Kresol, sagt er, sei heute noch dort, obwohl es zunächst nur zwischengelagert werden sollte.
Aus jener Zeit stammt ein tiefes Misstrauen gegen die "Gesellschaft zur Beseitigung von Sondermüll". Stahlkopf sieht da "immer noch viel im Dunklen" liegen: "Da sind noch viele Fragen offen", sagt er.
Nun hofft er, hoffen seine Mitstreiter, dass die beruhigenden Ergebnisse der jüngsten Bodenuntersuchung zu einer besseren Kommunikation mit den Betreibern führt. Die Untersuchung hatte die Bürgervereinigung auch deshalb angeregt, weil es zu viel Unklarheit darüber gibt, was denn nun tatsächlich unter den Hallen ohne Seitenwände am Ortsrand der kleinen Gemeinde Rondeshagen lagert.
Seit Wochen zum Beispiel, monieren die Gegner, schießen in der Gegend wieder die Gerüchte ins Kraut, dass die Deponiebetreiber die Gebäude ausbauen würden. Damit mehr eingelagert werden kann.
Das wissen die Deponiegegner besser. Tatsächlich werde nur der Neigungswinkel der Dächer verändert, weiß Stahlkopf: "Bei mehr Offenheit wäre eine solche Unruhe nicht entstanden."
Trotz ihrer Erleichterung sprechen die Deponiergegner allenfalls von einem "Etappensieg". Sie wollen weiterhin ein waches Auge auf die Entwicklung haben, wollen die Bürger aufklären. Ein Freudenfest aufgrund des beruhigenden Ergebnisses wollen sie aber nicht feiern.
2015 soll die Deponie geschlossen werden, berichtet Rondeshagens Bürgermeister Andreas Albrecht.Danach ist die Aufgabe der Initiative allerdings nicht beendet. Immerhin geht es dann um eine "Nachsorge" von 30 Jahren.

Von Uwe Krog


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Rondeshagens Giftmüll: Die ersten Bodenproben seit 1993

Den Nachbarn der Deponie reicht es. Jetzt
beauftragten sie den Fachmann Bernd Schemschat
mit Bodenproben. Etwa 30 Jahre Jahre kämpft die
"Bürgervereinigung gegen die Giftmülldeponie" in
Rondeshagen. Oftmals mit Erfolg
Rondeshagen - Das Unbehagen
über Rondeshagens
Giftmülldeponie ist so groß,
dass Bürger nun selbst
Bodenproben veranlassten.

Es war Anfang April, als der
Mann im kurzärmeligen
Poloshirt, mit Eimer, Spaten und
Messgeräten auf dem
Gutsfriedhof östlich der
Rondeshagener
Sondermüll-Deponie anrückte.
Der Diplom-Ingenieur vom
Kieler "Bodenschutzdienst für
Städte und Gemeinden" nahm
Bodenproben. Auf dem
Friedhof, auf der Berkenthiner
Sportanlage und in der
Von-Parkenthin-Straße, am
Kindergarten und in
Groß-Berkenthin an der Kirche.
Die Ergebnisse stehen noch
aus.
Der Spezialist war gekommen
auf Bitten der
"Bürgervereinigung gegen die
Giftmülldeponie". Denn die will
endlich Klarheit über die
Gefahren, die der Wind
möglicherweise auf Äcker und
Grünanlagen, durch Straßen
und in Gärten weht. Die Angst
vor Dioxin und Furanen geht
um in Berkenthin, in
Rondeshagen, in Groß Weeden,
überall dort im Süden Lübecks,
wo der Wind die giftigen Reste
von Industrieasche verbreiten
könnte. 1993 habe es, berichtet
Volker Peters aus Berkenthin,
die letzte Untersuchung auf
Dioxin gegeben. Die
Messergebnisse seien damals
als "unbedenklich" eingestuft
worden.
Das ist freilich lange her, aber
es ist nichts mehr geschehen.
Obwohl der Gutachter damals
regelmäßige Untersuchungen
empfahl. Obwohl die
Bürgeriniative und besorgte
Nachbarn der Deponie die
wechselnden Umweltminister
immer wieder drängten, neue
Untersuchungen zu
veranlassen. Das Misstrauen
gegenüber den Betreibern sitzt
tief. Die Leute fühlen sich nicht
ernst genommen. "Immer, wenn
wir den Geschäftsführer der
Deponie sprechen wollen, ist
der gerade in Urlaub", berichtet
Silke Brandt von ihren
Erfahrungen. So haben sie jetzt
selbst die Initiative ergriffen,
unterstützt vom Amt
Berkenthin, das die Kosten für
die Untersuchungen trägt.
In den nächsten Tagen sollen
die Ergebnisse vorliegen.
Spannung macht sich jetzt breit
in und um Rondeshagen. Die
Leute "wollen endlich wissen,
wie gefährlich sie leben", sagt
Sprecher Volker Peters. Er
selber hoffe inständig, "dass
alles in Ordnung ist".
von Uwe Krog


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Lübecker Nachrichten: Leserbrief vom 18.Febr.2009



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Lübecker Nachrichten: Leserbrief vom 11.Okt.2008

Deponie stilllegen


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Deponiegegener fordern Messungen

Deponiegegener fordern Messungen


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Rondeshagenener Bürger protestieren weiter, Ratzeburger Markt vom 9.April 2008


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Sonderabfalldeponie beunruhigt weiter die Gemüter, Lübecker Nachrichten vom 6.April 2008

Sonderabfalldeponie
beunruhigt weiter die Gemüter

Von N.Dreessen und M.Stein
Mölln - Bürger sind weiter in Sorgen wegen
der Sonderabfalldeponie Rondeshagen.
Gestern bekam das Umweltminister
Christian von Boetticher (CDU) in Mölln zu
spüren.
Nicht jedes Geschenk löst Freude aus: "Mit
giftigen Grüßen aus Rondeshagen" stand auf
den kleinen Staubbeuteln, die gestern
Nachmittag die Bürgervereinigung gegen die
Giftmülldeponie in der kleinen Gemeinde
verteilten, als etwa 20 Aktive im Regen vor
dem Möllner Quellenhof demonstrierten.
Dort fand der CDU-Kreisparteitag statt.
Ehrengast war Christian von Boetticher
(CDU), Chef des Landesministeriums für
Landwirtschaft, Umwelt und ländliche
Räume.
Noch bevor der Minister den
Versammlungssaal betrat, wurde er von
Mitgliedern der Bürgerinitiative in eine
Diskussion verwickelt. Von Boetticher
erklärte noch einmal, er gehe davon aus, dass
auf der Deponie Rondeshagen auch in
Zukunft kein trockener Filterstaub aus
Müllverbrennungsanlagen angeliefert werde:
"Die Betreibergesellschaft wird einen solchen
Antrag nicht stellen. Davon können Sie
ausgehen."
Klaus Schlie, CDU-Kreisvorsitzender und
zugleich Staatssekretär im Kieler
Finanzministerium, und der lauenburgische
Kreispräsident Meinhard Füllner hatten sich
bereits 30 Minuten vor Beginn des Parteitags
den Demonstranten gestellt
und erklärten ihnen mehrmals, ihre Besorgnis
über die Anlieferung des hochgiftigen Staubs
sei inzwischen überflüssig: "Die Bürger vor
Ort haben gemeinsam mit der Gemeinde,
dem Amt und dem Kreis einen wichtigen
Erfolg geschafft", so Schlie. Er selbst sei
auch stets gegen die Erweiterungspläne
gewesen, habe dies "aber nicht an die große
Glocke gehängt". Forderungen, die Deponie
völlig zu schließen, konnte Schlie gestern
jedoch nicht unterstützen: "Wir leben in
einem Rechtsstaat, und deshalb werden die
Gesetze auch eingehalten."
Zu Wort gemeldet in der aktuellen Debatte
hat sich auch Olaf Schulze aus Geesthacht
als abfallpolitischer Sprecher
der SPD-Landtagsfraktion: "Wir sind froh,
dass das Umweltministerium von den
Plänen, die Sondermülldeponie umzurüsten,
Abstand nimmt. Vom Transport und der
Behandlung von trockener Flugasche und
Filterstäuben in der Sondermülldeponie
Rondeshagen wären zu viele Gefahren für die
Gesundheit der Bevölkerung ausgegangen."
Im Mittelpunkt des gestrigen
CDU-Kreisparteitages stand die Beratung
des Kreiswahlprogramms. Auftakt dazu war
eine Grundsatzrede des Spitzenkandidaten,
Kreispräsident Füllner. Über Aussprache
und Beschlussfassung berichten wir noch.


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Keine Trockenasche nach Rondeshagen, Lübecker Nachrichten vom 4.April 2008

Keine Trockenasche zur
Deponie nach Rondeshagen

Von Martin Stein
Rondeshagen - Kiel sagt das umstrittene
Projekt ab, und die Deponie-Nachbarn atmen
auf. Zugleich gibt es weiter überraschend
viele warnende Stimmen in der Region.
Auf diese Nachricht haben Tausende von
Menschen monatelang gewartet: Die
Landesregierung in Kiel sieht die Einrichtung
einer Konditionierungsanlage für die
Sonderabfalldeponie in Rondeshagen als nicht
mehr erforderlich an. Damit entfällt die
Anlieferung von trockenem Filterstaub. Die
Furcht vor diesen hochgiftigen Rückständen
aus der Müllverbrennung sorgt seit Wochen
für heftige Proteste in der Region.
Das Umwelt- sowie das Finanzministerium
erklärten gestern Vormittag, dass die zur
Debatte stehenden Filterstäube "wegen zu
hoher Salzgehalte" für eine Ablagerung in
Rondeshagen nicht in Frage kämen. Deshalb
bezweifelten die beiden Ministerien "die
weitere Sinnhaftigkeit" des Antrages der
Gesellschaft zur Beseitigung von
Sonderabfällen (GBS) auf Genehmigung einer
Befeuchtungsanlage. Das Land wolle beim
Mitgesellschafter
Hamburg darauf hinwirken, dass das Projekt
zu den Akten gelegt werde.
Weiter heißt es in der Erklärung: "Die
Landesregierung wird in Abstimmung mit
Hamburg zudem Gespräche mit der GBS
aufnehmen mit dem Ziel, die Verfüllung der
Deponie bis 2015 bei auskömmlichen
Erlösen sicherzustellen. Sie plant außerdem
weiterhin nach der Verfüllung keine
Folgeanlage."
Die ersten Reaktionen in Rondeshagen und
Umgebung auf diese Entscheidung waren von
Freude, Erleichterung und zugleich immer
wieder von Misstrauen und warnenden
Stimmen geprägt. "Das ist schon eine Freude
für uns", sagte Bürgermeister Heinz
Albrecht, um dann sofort mahnende Worte
folgen zu lassen: "Jetzt muss man erstmal
abwarten, was das alles im Einzelnen
bedeutet." Ebenso äußerte sich Thomas
Stahlkopf von der Bürgervereinigung gegen
die Giftmülldeponie: "Ein schöner
Etappensieg, aber wir müssen wachsam
bleiben." Grund für ihre Skepsis war unter
anderem die ausstehende Erklärung der
Hansestadt Hamburg.
Landrat Gerd Krämer und Kreispräsident
Meinhard Füllner begrüßten die Nachricht
aus Kiel. Dabei machten sie kein Hehl aus
ihrer Kritik an den Verantwortlichen in Kiel
und Neumünster, dem Sitz der GBS: "Ich
gehe davon aus, dass bei allen weiteren
Verfahrensschritten, die die
Sonderabfalldeponie Rondeshagen betreffen,
eine frühzeitige und vertrauensvolle
Abstimmung mit dem Kreis, dem Amt, der
Gemeinde Rondeshagen und auch den
Bürgerinnen und Bürgern erfolgt", stellte der
Landrat fest. Nach Auffassung von Krämer
und Füllner hätte "die gesamte Aufregung
der vergangenen Wochen vermieden werden
können, wenn gleich zu Beginn der
Planungen für die Einrichtung einer
Konditionierungsanlage eine breite
öffentliche Information und Beteiligung
stattgefunden hätte".
Der CDU-Kreisvorsitzende, Staatssekretär
Klaus Schlie, und der Landtagsabgeordnete
Niclas Herbst (CDU) aus Ratzeburg
äußerten sich ebenfalls zufrieden mit der
Entscheidung und sahen keinerlei
Interpretationsspielraum
beim Blick auf die Mitteilung aus den beiden
Ministerien: "Damit ist das Thema der
Einlagerung von nicht befeuchteten Stäuben
in Rondeshagen endgültig vom Tisch. Wir
sind außerordentlich erleichtert und erfreut
darüber, dass es nun keine Einlagerung
derartiger Filterstäube geben wird. Weiterhin
ist es politisch bedeutsam und für die
Bürgerinnen und Bürger im Raum
Rondeshagen besonders wichtig, dass die
Landesregierung erklärt, dass es nach der
Verfüllung der Deponie keine Folgeanlage
gibt."
Der Landtagsabgeordnete Peter Eichstädt
(SPD) aus Groß Grönau, der früher selber in
Rondeshagen wohnte, gratulierte den
Bürgerinnen und Bürgern zum Erfolg ihrer
Proteste gegen die Pläne der GBS: "Das war
eine längst überfällige Entscheidung, bei der
ich mich jetzt frage, welcher
Erkenntnisgewinn in einem Jahr dazu geführt
hat, jetzt zu dieser Erkenntnis zu kommen.
Die Verantwortlichen haben die Notbremse
gezogen. Übernehmen sie jetzt auch für den
angerichteten Vertrauensverlust die
Verantwortung?", fragte Eichstädt.
Rondeshagen - Überall in Rondeshagen und
Umgebung hatte sich gestern Vormittag die
Nachricht vom Verzicht auf die umstrittene
Konditionierungsanlage herum gesprochen.
Auch auf dem Deponiegelände selber: Die
Mitarbeiter der GBS waren zwar auch am
Nachmittag noch nicht von ihrem
Arbeitgeber informiert worden, wussten
jedoch aufgrund einer Radiomeldung
Bescheid. Einer der Beschäftigen meinte,
dass er "nicht traurig" sei über die
Nachricht.
Berkenthins Bürgermeister Joachim Speth
wusste am Vormittag noch nichts von der
Meldung aus Kiel. Als er die Neuigkeit von
den LN erfuhr, reckte er jubelnd eine Faust
in die Höhe. Landrat Gerd Krämer und
Kreispräsident Meinhard Füllner erinnerten
in ihrer Stellungnahme an die schwierige
Diskussion bei der Einrichtung der Deponie:
"Damals bestand zwischen den
großen und wichtigen politischen Kräften im
Kreistag eine große Einmütigkeit, die
seinerzeit zu einem vertretbaren Ergebnis
führte. Und diese Einmütigkeit hat bis heute
unverändert Bestand." Füllner und Krämer
begrüßten auch die Aussage, dass über 2015
hinaus keine Nachfolgenutzung vorgesehen
sei.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Niclas
Herbst und der CDU-Kreisvorsitzende
Klaus Schlie dankten Umweltminister
Christian von Boetticher ausdrücklich für
sein persönliches Engagement in der
Angelegenheit. Die gemeinsamen
Anstrengungen der Bürgerinitiative, der
Gemeinde, des Amtes, des Kreises und der
Politiker hätten bewirkt, dass es zu der
"wichtigen Entscheidung" im Interesse der
Menschen in der Region Rondeshagen und
des Kreises gekommen sei.
Die FDP-Kreisvorsitzende Dr. Christel
Happach-Kasan wies auf "Ungereimtheiten
und Hintertüren" hin: "Die FDP wird äußerst
scharf beobachten, was von den
Versprechungen des CDU-Umweltministers
nach der Kommunalwahl übrig bleibt. Die
Begründung mit den salzhaltigen Stäuben
trifft nur für einen einzelnen Anlieferer zu."
Klaus Koch, diplomierter Ökologe vom
Umweltnetzwerk Hamburg, wies auf eine
Reihe von ungelösten Problemen hin. Für
Unglücksfälle auf der Deponie gebe es keine
Alarmpläne für die Region, die in kleinsten
Konzentrationen gefährlichen Langzeitgifte
würden nicht in vollständig geschlossenen
Hallen gelagert, es fehle an wissenschaftlich
begleiteten Schadstoffuntersuchungen in
unmittelbarer Umgebung, und es sei bislang
nicht untersucht
worden, was im Falle eines Deponiebrandes
zum Schutze der Bevölkerung vorzuhalten
sei.
Ebenfalls Sorgen machen sich die Grünen.
Bei einem Besuch der Deponie in dieser
Woche sprach die Landtagsabgeordnete
Angelika Birk den Punkt an, dass bei
Verbrennungsanlagen immer öfter
Filterstäube nicht befeuchtet würden: "Wie
kann es angehen, dass ohne eine breite
Beteiligung die Erzeuger bundesweit Schritt
für Schritt auf diesen Standard verzichtet
haben?"
Die Sorgen der Menschen spiegeln sich jetzt
auch im Internet wider. "Das Dorf und der
Tod" heißt ein Videofilm, den die Schüler
Steffen Regis und Moritz Thörner mit einem
Text von Andrea Jeska geschnitten und
vertont haben. Wer ihn sehen möchte, muss
auf der Seite von "youtube" in der Suchleiste
"Rondeshagen" eingeben. mst/jeb


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Sonderdeponie: nichts entschieden, Lübecker Nachrichten vom 29.März 2008

Sonderdeponie: nichts entschieden
Gesellschafter sehen noch Klärungsbedarf - Bevölkerung will weiter protestieren

Von Martin Stein
Rondeshagen - Das Hoffen und
Bangen geht weiter. Hamburg und
Schleswig-Holstein haben noch
immer keine Entscheidung
getroffen, ob künftig auch giftige
Trockenasche in der
Sonderdeponie Rondeshagen
angeliefert wird. Die Bevölkerung
ist strikt dagegen.
Seit mehr als einem Jahr wird über
die Pläne zur Einrichtung einer
Befeuchtungsanlage für die
Sonderdeponie in Rondeshagen
diskutiert, die Bundesländer
Schleswig-Holstein und Hamburg
haben sich als Gesellschafter der
Betreiber-GmbH noch immer nicht
zu einer Entscheidung
durchgerungen. Die
Gesellschafterversammlung kam
am Donnerstag in Neumünster zu
dem Ergebnis, dass "noch einige
Fragen insbesondere zur
Wirtschaftlichkeit"
zu klären seien. Das solle
umgehend geschehen. Der
Aufsichtsratsvorsitzende Peter
Steiner sagte den LN gestern, dass
damit Mitte oder Ende April zu
rechnen sei. Steiner gibt seinen
Posten in der Gesellschaft zur
Beseitigung von Sonderabfällen
(GBS) in der kommenden Woche
ab, weil er in den Ruhestand geht.
In Rondeshagen und den
Nachbardörfern ist die andauernde
Hängepartie mit Unmut
aufgenommen worden. "Das ist
enttäuschend", sagte
Bürgermeister Heinz Albrecht, der
wie alle seine Nachbarn in der
näheren und weiteren Umgebung
darauf gehofft hatte, dass die
Gesellschafter die Planungen
endlich zu den Akten legten. Die
Bevölkerung fürchtet um die
Gesundheit von Mensch und
Natur, wenn in Rondeshagen
künftig trockener
Sondermüll angeliefert werden
dürfte.
Die Landtagsabgeordneten Niclas
Herbst (CDU) aus Ratzeburg und
Peter Eichstädt (SPD) aus Groß
Grönau reagierten ungehalten auf
die Neuigkeiten aus Neumünster.
Herbst zeigte sich verwundert
über die Argumente der
Gesellschafter: "Die Fragen zur
Wirtschaftlichkeit hätte man schon
am Anfang des Verfahrens klären
müssen." Eichstädt machte aus
seiner Empörung über eine
Formulierung in der
GBS-Pressemitteilung keinen
Hehl: Es sei "unglaublich" zu
behaupten, dass das geplante
Vorhaben mit "keinen
gesundheitlichen Risiken
verbunden" sei.
In der Region werden die Proteste
jetzt wie in den vergangenen
Wochen weiter gehen. Auf dem
Terminplan steht unter anderem
eine Bürgerversammlung am
Donnerstag, 10. April, um 19 Uhr
im Sportzentrum Berkenthin, zu
der Albrecht den
GBS-Geschäftsführer Hans J.
Berner einladen will. Mit einem
unfreundlichen Empfang muss
Umweltminister Christian von
Boetticher (CDU) rechnen, wenn
er demnächst wieder im
Lauenburgischen ist: Der
CDU-Kreisverband kündigte ihn
als prominentesten Redner bei
seinem Programmparteitag am
Sonnabend, 5. April, im Möllner
Quellenhof an. Unionsmitglieder
wollen den Ressortchef mit
kritischen Fragen konfrontieren,
vor dem Saal werden
Demonstranten aus dem Amt
Berkenthin erwartet.
Gunar Schlage, Chef der
SPD-Kreistagsfraktion, versicherte
den besorgten Bürgern gestern noch
einmal, dass die gesamte
Kreispolitik auf ihrer Seite sei. Die
Bevölkerung habe "Zusagen, die die
Politik einhalten muss", sagte
Schlage mit Blick auf die
Verantwortlichen in Kiel und
Hamburg. Kritisch äußerte sich der
SPD-Fraktionschef zu Aussagen
von Amtsvorsteher Karl Bartels
(CDU), der zugleich
Kreistagsabgeordneter ist. Es sei
wenig hilfreich, wenn Bartels jetzt
Keile treibe und gegen den Kreis
wettere, er habe nicht richtig
reagiert. "Das ist der falsche
Zeitpunkt, solche Fragen zu
stellen."

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